Schützenverein 64 Großenbrode hat modernisiert

In Großenbrode:  Trefferanzeigen auf Luftgewehr- und Kleinkaliberbahnen per Bildschirm – Fast 47.000 Euro und mehr als 450 Arbeitsstunden investiert

Großenbrode   Den ersten Übungsteilnehmern des Schützenvereins 64 Großenbrode auf dem modernisierten Schießstand gefällt es gut, dass nicht mehr auf die heranrauschenden Wagen mit den Wettkampfscheiben gewartet werden muss. Nach 30 Jahren folgt der Verein damit den Vorbildern anderer Sportschützenvereine im Kreisgebiet Ostholstein und präsentiert nach viel Geld- und Arbeitsaufwand eine neue Technik, um das Training für die 70 Mitglieder und die Rundenwettkampfteilnehmer attraktiver zu gestalten. Sieben Luftgewehr- und sechs Kleinkaliberbahnen sind mit elektronischen Messrahmen versehen. Beim jeweiligen Schützen und im Aufenthaltsraum gibt es auf Monitoren eine sofortige Trefferdarstellung.

     Leuchtrahmen                            

„Wir haben die coronabedingte Pause genutzt und im Interesse der Mitglieder in die Zukunft investiert“, sagt Heiko Bausch (40), seit 2014 Vereinsvorsitzender. Zusätzlich habe der Verein eine elektronische Lichtpunktanlage angeschafft, durch die Mädchen und Jungen bereits unter zwölf Jahren an den Schießsport herangeführt werden sollen. Da wird also kein „Eierbecher“ mehr auf die Reise geschickt, sondern nach Betätigung des Abzuges ein Lichtstrahl gemessen, der die Ringzahl nennt. „Unsere Altersstruktur erfordert Nachwuchs, wir hatten immer wieder Talente im Jugendbereich. Man muss aber früh anfangen“, weiß Lore Bausch, die auch die Funktionen der Kreis- und Landesjugendleiterin ausübt. Und sie kann von ersten Neuaufnahmen im Verein berichten.

  Olaf Grimm        –        Christel Gülck  

Auf vielen Schießständen hat inzwischen die Schießrahmentechnik mit der elektronischen Auswertung Einzug gehalten, wie es die Sportschützen bereits von Landesmeisterschaften kennen. Der Schützenverein 64 Großenbrode ist der erste Verein im Kreisnorden, der nach dem SSV Kassau auf elektronische Messtechnik mit der sofortigen Darstellung eines Schusses auf einem Bildschirm bei Schützen umgestellt hat. „Das hat alles gut 47.000 Euro gekostet. Und wir haben über 450 Arbeitsstunden geleistet“, erläutert Heiko Bausch. Er selbst und sein Stellvertreter Wolfgang Wagner (73) waren wegen ihrer technischen Kenntnisse fleißig mit dabei.

Das alles ging aber ab November 2020 nur mit finanzieller Unterstützung. So flossen Mittel der Sportförderung großzügig durch die Gemeinde Großenbrode, den Kreis Ostholstein und den Landessportverband Schleswig-Holstein. Zum Glück habe es auch private Spenden und weitere Helfer gegeben, so konnte die Belastung der Vereinskasse vertretbar gehalten werden.

Eine offizielle Einweihung der modernen Schieß-sportstätte soll es erst nach weiteren Lockerungen in der Coronazeit geben. Lore Bausch als Vereins-sportleiterin erläutert: “Behördliche Auflagen erfüllt, die Abnahme durch den Schießstandsach-verständigen erledigt,  Betriebserlaubnis durch den Kreis Ostholstein erteilt.

Gabi Puke und Lore Bausch: Im KK-Stand jetzt Bildschirmanzeige statt Pappschilder

Nach den strengen geltenden Regeln kann ab sofort Schießsport betrieben werden. Ich nehme mit Zeitraster Anmeldungen für Trainingszeiten für montags und donnerstags ab 17 Uhr an. Davon wird rege Gebrauch gemacht. Die mehrfache deutsche Meisterin im Auflageschießen, Christel Gülck (76), war mit ihrem Mann Jasper gleich am Start und voll des Lobes: „So zu schießen macht einfach Spaß. Schuss und Ergebnisanzeige in einer Sekunde sind klasse. Eine gute Vorübung für die Deutsche in Hannover und Dortmund, zu der ich gern wieder möchte.“ Auch Olaf Grimm (63), der seit seinem 13. Lebensjahr Sportschütze ist, genießt den schnelleren Ablauf einer Serie auf dem Luftgewehrstand: „Ich bin jetzt 50 Jahre im Schießsport – dies ist klasse!“ Nebenan auf dem Kleinkaliberstand versuchen sich Gaby Puke (61) und die 83 Jahre alte Edith Held.

Lore Bausch staunt: Edith Held trifft gut mit 83 Jahren

Die Seniorin liefert gleich 30 gute Schüsse ab. „Ungewohnt leise ist das hier ohne das Heranrauschen der schweren Metallrahmen auf den Stahlseilen“, sagt die Seniorin, die als Teilnehmerin von Landesmeisterschaften für den Auflageschießsport wirbt. Offensichtlich gefällt auch den heimgekehrten Schwalben die neue Ruhe, sie haben unmittelbar vor den Schützenpositionen am Anfang der 50m-Bahnen unter Dach ihre Nester gebaut und sausen angstfrei über die Flugbahnen der Kleinkalibergeschosse. Das löst so manches Lächeln der Sportschützen aus. WBO

 

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