12.07.2024

Immerhin: Zwei Goldene und einmal Silber für NDSB  – 17 Ostholsteiner kämpften bei Hitze vergebens um gute Plätze – Dennoch: alle wollen auch 2024 wieder hin

MÜNCHEN     Das jährliche Abenteuer für diesmal 17 Sportschützen aus Ostholstein bei den nationalen Meisterschaften des Deutschen Schützenbundes ist beendet. Nur drei Medaillen gab es für den Norddeutschen Schützenbund mit seinen gut achtzig Qualifizierten und 180 Starts. Im Medaillenspiegel landete der NDSB unter den 20 Landesverbänden mit zwei Titeln und einer Silbermedaille auf Rang 17. Eine Goldene schnappte sich nach seinem dritten Platz im Vorjahr der Junior Moritz Blumtritt von den Lübecker Sportschützen mit der Armbrust auf zehn Meter Distanz. Beste der Altersklasse Juniorinnen II wurde im Kleinkaliber-Liegendschießen Emilia Callsen vom SV Tarp mit starken 619,6 Ringen. Vizemeister ist im Wettbewerb Wurfscheibe Doppeltrap Ingo Berndt in der Altersklasse IV vom Berliner SC aus dem Kreis Segeberg.

Wieder eine große Abordnung: Der SSV Kassau

Bei sommerlicher Hitze von über dreißig Grad an fast allen zehn Tagen waren die Bedingungen für die gut 6.000 Sportschützen aus ganz Deutschland nicht optimal. Spitzenleistungen tat das aber keinen Abbruch. Mit allein achtzig Titeln und 130 Silber- und Bronzemedaillen bestimmten die Bayern das Geschehen in 282 Wettbewerben. Die Ostholsteiner mussten wieder einmal erkennen, dass sie in der Spitze kaum mithalten können.

Der Malenter Junior Kylian Barth, wie er erhielten viele OH-ler die Meisterschaftsmedaille

„Die Begeisterung über den Start in München bleibt aber erhalten, bei den freundschaftlichen Treffen vor Ort hörte ich, dass alle 2024 wieder dabei sein möchten“, sagte Kylian Barth aus der Juniorenklasse II. Der Malenter schoss KK-liegend und schnitt als 29. unter allen im ersten Drittel ab. Dafür gab es als Erinnerung die so genannte Meisterschaftsmedaille. Teamkameradin Lara-Schirin Schumann will ebenfalls gern wieder die Quali schaffen. Bei den Para-Sportschützen hatte Barbara Kathe bei der DM ihren zweiten Auftritt. „Ich wollte natürlich unter den 23 Frauen mit Behinderungen nicht Drittletzte werden, mein Ergebnis reichte aber nicht zu mehr.“ Hinter ihr lang Anja Simonsen vom SV Reinfeld, beide streben auch in 2024 die Reise nach München an. Zum ersten Mal schoss dort Carolin Grötzner vom PSV-Eutiner Sportschützen: „Da wollte ich gern einmal die großartige Atmosphäre erleben, die vielen Zuschauer waren schon eindrucksvoll. Und natürlich mehr als 553 Luftpistolen-Ringe schießen. Zum Erreichen des Finales der besten Acht hätte es 561 schießen bedurft.“

Kurz vor ihrem 15. Geburtstag lieferte Emma Marleen Blanck vom Schützenbund Glasau-Sarau mit der LuPi bei ihrem zweiten Start nach 2022 gute 166 Ringe ab. Mehr als Platz 44 war aber bei den Schülerinnen nicht drin. Zehn Jahre warten musste Heiko Bausch (Herren II) vom Schützenverein Großenbrode auf seinen nächsten DM-Auftritt: „Mit meinen 601,2 bin ich KK-liegend als 38. von 69 sehr zufrieden.“

      

Hannah Ehlers aus dem Juniorenteam       und    Mirko Viebrantz, mit den Rängen 10 und 15 der erfolgreichste aus OH

Für die zehn Kassauer fasste Trainer Andreas Berthold die sportliche Reise zusammen: „Wir sind insgesamt zufrieden, haben im Luftgewehrbereich beeindruckende Ringzahlen geschossen. Ausgezeichnete 615,8 Ringe brachten unserer Juniorin Hannah Ehlers Platz 16. Vom Team mit den beiden Mädchen aus Niedersachsen hatte der Verein mehr als Rang 19 von 35 erhofft. Stark präsentierte sich Mirko Viebrantz bei den Herren II als Zehnter im Wettbewerb Kleinkaliber 3×20 Schuss und als 15. KK liegend mit 611 Ringen.“ Beide und weitere Kassauer lagen im ersten Drittel ihrer Klassen und erhielten dafür die besondere Medaille. Auch Jugendleiter Rüdiger Witt war mit den Nachwuchsschützen zufrieden. Lächelnd kommentierte er den Familienwettstreit zwischen Stefan und Hannes Dohm: „Vater Stefan war in diesem Jahr besser.“

Zwei Para-Schützinnen: Barbara Kathe und Anja Simonsen

Nicht zufrieden zeigte sich Lina Meier, die mit insgesamt fünf Starts eine strammes Programm absolvierte. „Ich hatte mich besonders auf KK-Gewehr hundert Meter vorbereitet, hatte aber bereits beim Einschießen eine konstante Instabilität im Anschlag. Das war auch nicht mehr zu retten, setzte sich im Wettkampf fort. Zudem setzten mir Hitze und pralle Sonne zu. Es waren einfach nicht meine Meisterschaften.“  Und mit Blick auf die nahe Zukunft: „Wir alle brauchen jetzt sicher eine Pause und bereiten uns dann langsam auf die neue Ligarunde ab Oktober vor. Und dann kommt ja noch die nächste Saison in der 2. Bundesliga Luftgewehr.“ WB – Fotos: Kassau – Kunde – Werner – Falkenberg

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