23.04.2024

Deutsche Meisterschaften München gehen los!!!

Deutsche Meisterschaften der Sportschützen mit 15 Ostholsteinern – Vom 18. bis 27. August geht es in München um Leistungseinordnung der Nordlichter – Sieben Jugendliche dabei  – Große Kassauer Abordnung –

 

MÜNCHEN     Die langersehnten Starterlisten für die nationalen Meisterschaften des Deutschen Schützenbundes liegen vor. Beim SSV Kassau mit zehn Qualifizierten sowie bei den Klubs Schützenverein Malente, Schützenbund Glasau-Sarau, SchV 64 Großenbrode sowie PSV Eutin laufen jetzt die letzten Trainingsvorbereitungen auf Hochtouren. Erfreulich ist für Kreissportleiter Carsten Zupke, dass unter den 15 Startern auf der Olympiaanlage sieben Jugendliche sind. Insgesamt hat die Vertretung aus Ostholstein 27 Starts ergattert. Den Löwenanteil schafften die Kassauer allein mit 21 Auftritten. Über die große zehnköpfige Kassauer Abordnung, die ihr Lager traditionell wie seit Jahren mit Wohnwagen und Zelten an der modernen Schießanlage in Bayern aufschlagen wird, soll später berichtet werden. Heute schaut der OHA auf die anderen Vereine.

Emma Marleen Blank war schon 2022 mit der Lupi dabei, die Aufregung ist weg.

Nach 2022 hat die erst 15 Jahre alte Emma Marleen Blank vom Schützenbund Glasau-Sarau ihren zweiten Auftritt mit der Luftpistole in der Schülerklasse. „Mit 153 Ringen war nicht mehr als Platz 53 drin. Diesmal bin ich besser drauf, denn 166 Zähler brachten mir bei den Landesmeisterschaften Silber“, sagt die Weber-Schülerin. Sie fand durch Neugierde zum sportlichen Schießen im Jahr 2021 neben ihrem Hobby Tennis. „Ich trainiere zweimal die Woche und zusätzlich noch im Landeskader des Norddeutschen Schützenbundes.“ Ihre Eltern Sabrina und Sven sind mächtig stolz auf ihre Tochter, werden sie nach München begleiten.

Lara-Schirin Schumann und Kylian Barth wollen es im Liegendschießen wissen

Ebenfalls erneut bei der Deutschen ist der Malenter Kylian Barth. Der Vizelandesmeister im Kleinkaliber-Liegendschießen in der Klasse Junioren II (17 bis 18) schloss einem Jahr mit 591,5 Ringen als 39. ab. „Das Resultat hier im Lande war knapp acht Ringe darunter. In München möchte ich gern die 600 überschreiten“, sagt der trainingsfleißige junge Mann. Sogar zwei Auftritte hat die 16-jährige Lara-Schirin Schumann: „Eine Freundin brachte mich 2020 zu den Malentern. Ich schieße Luft- und Kleinkalibergewehr, dazu gelegentlich auch mit der Armbrust.“ Als Ausgleich betreibt sie das Laufen, Trainier Ingolf Falkenberg freut das aus Konditionsgründen. Dieser wird die beiden Malenter vor Ort betreuen, freut sich besonders, dass Lara-Schirin auch im Wettbewerb Kleinkaliber-Dreistellungskampf einen Startplatz ergattert hat. „Ihre Entwicklung geht weiter, über die Marke 500 Ringe wird sie schon kommen“, ist er sicher.

Der Großenbroder Verein schickt Heiko Bausch bei den Herren II (41 bis 50) ebenfalls im KK-Liegendschießen ins Rennen. „Ich bin stolz, dass ich nach zehn Jahren Pause wieder einmal im Süden schießen kann. Mir ist klar, dass ich gegen die Besten Deutschlands nichts aufrichten kann,“ bleibt der dritte Stellvertretende Landessportleiter des NDSB realistisch. „Einfach in München dabei zu sein, ist bereits ein Traum“. So denkt auch Carolin Grötzner vom PSV Eutin. Die Doppellandesmeisterin Sportpistole und Luftpistole wollte eigentlich gern zwei Fahrkarten. „Auf jeden Fall habe ich die Quali für Luftpistole geschafft. Damit geht mein Wunsch in diesem Jahr in Erfüllung einmal auf der modernisierten Olympia-Schießsportanlage von 1972 gegen die Besten aus ganz Deutschland antreten zu dürfen.“

—– und nun all` die Kassauer Vertreter—–

An den Trainingsabenden herrscht beim SSV Kassau im Schießstandgebäude eine gelassene und zuversichtliche Stimmung, obwohl alle um die ehrlichen Chancen wissen. Die für die Deutschen Meisterschaften vom 18. bis 27. August in München-Hochbrück qualifizierten Mitglieder sind voller Begeisterung, ist die Reise doch in jedem Jahr der sportliche Höhepunkt. Auch wegen des gemeinschaftlichen Erlebnisses in der „Kassauer Wagenburg“ auf dem Schießstandgelände. Alle zehn Sportschützen mit ihren 21 Starts möchten als Einzelschütze oder in den immerhin zwei qualifizierten Teams natürlich eine gute Platzierung und vielleicht eine persönliche Bestleistung. Eigentlich wissen aber alle, dass sie wie die übrigen fünf Ostholsteiner aus anderen Vereinen nur mit viel Tagesglück eine Medaille gewinnen können.

Lina Meier hat die meisten Starts – schon wieder!

Vereinstrainer Andreas Berthold: „Wir müssen einfach aufgrund der guten Vorbereitung Hoffnungen auf eine enorm starke Tagesleistung behalten. Ich erinnere an die überraschenden Meistertitel bei meinem alten Verein. Die Eutiner Sportschützen hatten mit den Junioren Oliver Strugies und Kristina Hunke vor vielen Jahren plötzlich zwei Goldgewinner.“ Aber auch der kurz vor seinem 50. Geburtstag im Jahr 2016 verstorbene Jens Path überraschte 2013 mit seinem ersten Titel im KK-Wettbewerb 100 m in der Altersklasse.

Der Norddeutsche Schützenbund ist aber seit Jahren nicht mit viel Edelmetall gesegnet. 2022 gab es nur einen Titel, zwei Silberne und eine Bronzene. Da platzierte sich aus dem Kreisschützenverband Ostholstein die Kassauerin Lina Meier (24) am besten mit Rang zwölf im Wettbewerb Kleinkaliber 100 Meter. Sie ist eine der Spitzenschützinnen des Landes, sammelte Erfahrungen beim Bundesligaverein SB Freiheit und schießt aktuell für Kassau in der 2. Bundesliga Nord Luftgewehr. „Ich muss von 18. bis 24. August Luftgewehr und mit dem Kleinkalibergewehr in vier Disziplinen schießen. Das ist ganz schön stressig“, sagt die in Eutin arbeitende Krankenschwester. Mit Tanja Zupke, die dreimal schießen darf, und Leonie Werner bildet sie das qualifizierte Damen-Luftgewehrteam.

Hannes Dohm und Vater Stefan werden sich wieder einen Familienwettstreit erlauben

In einer Luftgewehr-Mannschaft stehen die Juniorinnen Hannah Ehlers (18) sowie die für ein Jahr zur Verstärkung gewonnenen Niedersachsen Henriette Trapp und Lisa-Marie Hambrock. Hannah Ehlers, die ebenfalls im Kassauer Bundesligateam schießt, ist nicht mehr so aufgeregt: „Ich kenne die Abläufe in München ja schon. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, vor so einer Zuschauerkulisse schießen zu dürfen. Wir möchten gern einen guten Platz, gegen die Spitze aus dem Süden Deutschlands werden wir aber nichts ausrichten können.“

Andreas Berthold: Trainer und Akteur. Das sind ganz schöne Belastungen

Die drei Oldies der Altersklasse III sind voller Erwartungen, Andreas Berthold (56) war vor einem Jahr als 26. im Kleinkaliber-Dreistellungskampf zweitbester Ostholsteiner. Auch mit dem Luftgewehr und KK liegend will er sich gegen die deutsche Schießsportelite stellen. „Aber Realismus ist auch angesagt: KK liegend war ich mit 604,6 Ringen 68., der Titel ging aber für stolze 622,1 weg.“ Mirco Viebrantz schießt beide KK-Wettbewerbe, Stefan Dohm (56) in diesem Jahr im Liegen und Luftgewehr. „Ich denke gern an 2022 zurück, als ich mich mit seinem Sohn Hannes ein familieninternes Duell lieferte. Auf ein Neues“, sagt der stolze Vater und Jugendleiter der Kassauer. Der 17-jährige Hannes Dohm flachst zurück: „Toll, in beiden Disziplinen treten wir am 20. und 21. August an. Sieht dich vor Papa!“ WBO

 

 

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