21.05.2024

Ein kleines Familien-Duell im Hause Dohm – Stephan und Hannes messen sich

Familienwettstreit Alt gegen Jung bei der Deutschen Meisterschaft:

Sportschütze Hannes Dohm will wie sein Vater im ersten Drittel landen – 18 Ostholsteiner mit 38 Starts in München

 

KASSAU        Mit 392,5:391,1 Ringen ging bei den Landesmeisterschaften im Norddeutschen Schützenbund das „Familien-Duell“ zwischen dem 58-jährigen Stephan Dohm und seinem Sohn Hannes (16) im Luftgewehrschießen aus. Beide fahren zur Deutschen Meisterschaft der Sportschützen vom 26. August bis 4. September nach München und wollen dabei erneut sehen, wer die Nase vorn hat. Hannes, der vor Corona 2019 noch als Schüler den überraschenden vierten Rang in München im LG-Dreistellungskampf ringgleich mit dem Dritten schaffte, startet dreimal nun bei den Junioren II. Sein Vater gehört zur Herrenklasse III und will in vier Wettbewerben zeigen, dass er im ersten Drittel der Starter landen kann.

Stephan Dohm mit dem Luftgewehr – Sohn Hannes mit KK-Gewehr. Das wird spannend.

Beide schießen in München Luftgewehr, Kleinkaliber-Dreistellungskampf 3×20 Schuss und KK-liegend, Stephan Dohm dazu noch KK auf 100 Meter. Mit dem Luftgewehr hat sich auch die Kassauer Mannschaft mit ihm sowie Andreas Berthold und Bernd Klepper qualifiziert.  

Schießsport hat Hannes schon immer fasziniert. Mit neun Jahren half er seinem Vater bei KK-Meisterschaften die Scheiben zu wechseln. 2014 durfte er mit nach München und dort die eindrucksvollen Wettkämpfe beobachten. „Da war sein Ehrgeiz geweckt. Mit zehn schoss er Lichtpunkt- und Luftgewehr. Mit elf holten wir die Ausnahmegenehmigung des Kreises Ostholstein ein, damit mein Sohn unter zwölf an den Rundenwettkämpfen teilnehmen konnte,“ sagt Stephan Dohm. Hannes erklärt seine Begeisterung: „Bis dahin hatte ich in Altenkrempe Fußball gespielt. Im Sportschießen war ich aber allein auf mich gestellt, selbst für mein Abschneiden verantwortlich. Das machte den Reiz aus.“ Zweimal Silber bei den Landesmeisterschaften 2017 und die Teilnahme beim sogenannten Shooty-Cup zeigten schnell auf, welches Talent sich hier entwickelt. Mit 13 Jahren durfte Hannes bereits regulär zur DM.

2019: Kreisjugendkönig in OH und Rang vier bei der DM. Ein gutes Jahr.

2019 gab es in der Familie gleich doppelt Grund zu feiern. „Neben dem vierten Rang in München wurde ich in Ostholstein mit einer satten Zehn Kreisjugend-König. Ein guter Wettbewerb für die Nachwuchsschützen, aber natürlich Glücksache“, sagt Hannes seine Meinung klar. „Dass ich hinter der Lübeckerin Rebecca Schneider mit ihren zwei Bronzemedaillen bei der DM Zweitbester aus dem Norden war hat mich schon gefreut.“

Während Stefan Dohm Urlaub für das „Unternehmen DM“ nimmt, erhält Hannes als Schüler der elften Klasse des Neustädter Küstengymnasiums großzügig Befreiung. „Ich danke meinem Klassenlehrer und dem Schulleiter. Durch meine Erfolge wird auch schon mal über Schießsport gesprochen. Meine Mitschüler spielen eher Fußball oder Handball“. Berufliche Vorstellungen hat er bereits: „Ich kann mir den Beruf eines Landmaschinenmechanikers vorstellen“, sagt er spontan. Kein Wunder, denn Hannes ist der Landwirtschaft verbunden durch den Nebenerwerbshof seines Opas. Die beiden Trecker fährt er auch mit Begeisterung, hat den entsprechenden Führerschein.

 

                                              

In jedem Jahr: Packen für das Zeltlager in München – gute Laune garantiert!

Wie laufen die Vorbereitungen vor der DM? „Wir trainieren zweimal, jetzt zuletzt dreimal die Woche. Immer wieder schauen wir auf den Monitor und sehen, dass mal ich, mal Papa besser ist“, sagt Hannes lachend. „Dabei lernen wir immer noch voreinander. Aber auch von unserem aufmerksamen Trainer Andreas Berthold, der durch seine hohen Landesmeisterschaftsresultate sogar vier Starts in München hat.“ Senior Stephan, der trotz der vielen Erfahrungen „immer gern etwas nervös vor dem ersten Schuss ist“, trat erstmalig bei der DM 1992 im Alter von 38 Jahren in München an. Er schafft noch Jahr für Jahr die Qualifikationsnormen trotz starker Konkurrenz. Und manchmal schaut er sich etwas von seinem Sohn ab, wie neulich die Handhaltung beim Stehendschießen.

Welche Erwartungen haben sie für die Auftritte in München? „Die Jugendlichen Hannah Ehlers und Hannes könnten bei KK 3×20 Schuss im ersten Drittel landen, Andreas Berthold und ich vielleicht auch bei guter Tagesform“, wagt Stephan eine Einschätzung. Dafür gibt es immerhin die begehrte Meisterschützenmedaille. Wichtig ist beiden das Gemeinschaftsleben in den Zelten mit den Mitgliedern des SSV Kassau und den Schießsportfreunden aus Schleswig-Holstein auf dem Olympiagelände. Das sei in jedem Jahr ein eindrucksvolles Erlebnis und ist Ziel aller Kassauer Sportschützen. Und wie geht das Familienduell Vater gegen Sohn diesmal aus? „Im Dreistellungskampf sollte ich als der Alte gewinnen. Als Landesmeister hatte ich mit 549:531 Ringen etwas mehr in die Mitte geschossen“, sagt der Vater zu seinem Sohn augenzwinkernd. „Vielleicht bin ich Luftgewehr ja wieder besser“, merkt Hannes sofort kess an. Denn man Gut Schuss Stephan und Hannes Dohm. Und vertragt Euch weiterhin so gut.    Wilhelm Boller

 

 

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