MÜNCHEN Deutsche Meisterschaft der Sportschützen:

Wie vor einem Jahr gab es Gold und Bronze durch Sonja und Heidi Scheibl vom SV Itzstedt
Malenter Armbrustteam auf Rang sieben von 26 Mannschaften

MÜNCHEN Endlich zweites Edelmetall für den Norddeutschen Schützenbund bei den Deutschen Meisterschaften der Sportschützen in München. Die 25-jährige Sonja Scheibl vom Itzstedter SV aus dem Kreis Segeberg hatte bei den Frauen zum Auftakt der Flintenwettbewerbe nach zunächst nur Rang sechs im Vorkampf doch noch den Meistertitel in einem packenden Finale Trap erreicht und somit den Titel verteidigt. Ihrer Mutter Heidi gelang dies Kunststück in der Disziplin Doppeltrap mit dem Gewinn der erneuten Bronzemedaille ebenfalls. Das war aber erst das zweite Edelmetall für die Nordlichter.

Heidi Scheibl kam gegen die starke Meisterin Silke Hüsing von der SGi Blaubeuren (85 Treffer) nicht an, klar Zweite wurde Beate Heidobler aus Bayern (76). „Am Ende musste ich noch zittern, denn wie ich holte als Vierte auch Kathrin Laufermann aus Hettstedt 76 Scheiben aus der Luft. Nur war meine letzte Serie besser,“ sagte sie freudig, als „Goldtochter“ Sonja gratulierte.

Glück und Pech liegen im Schießsport dicht beieinander. Der 20 Jahre alten Mara Schliemann aus Elmshorn, die seit Jahren erfolgreich im Armbrustteam des SV Malente startet, wollte die Wiederholung des dritten Ranges bei den 32 Juniorinnen nicht gelingen. „Die 383 Ringe sind gegen nationale Spitzenjuniorinnen eigentlich nicht so schlecht. Aber am Ende fehlte mir zu Bronze diesmal nur ein Ring. Das ist schon bitter“, war ihr Kurzkommentar. Für die Elmshorner Schützengilde hatte sie im Luftgewehrwettbewerb eindrucksvolle 389 Zähler unter 83 Starterinnen abgeliefert, musste aber mit Platz 19 zufrieden sein.

Foto von: (WB)
Ulrich Schütt von den Eutiner Sportschützen hätte bei „normaler Tagesform diesmal Silber gewinnen können.

Im Malenter Armbrustteam standen neben ihr Marco Falkenhagen (22./381) und Christian Hirsch (35./374), immerhin landeten diese drei im Feld der 32 Mannschaften auf dem guten Platz sieben. Tim Gruthoff belegte mit 377 Position 28 unter 67 Männern. Für die Kassauerin Jo-Isabelle Flor sprang für 369 bei den Frauen Platz 31 heraus.

Einen beachtlichen Rang sieben schoss die in Eutin lebende Dorit Klees für den SV Norderbrarup mit dem Luftgewehr heraus. „Ich musste erstmalig in der Damen-Altersklasse starten, dort traf ich auf ehemalige Spitzenschützinnen. Mein Ergebnis von 387 macht mich stolz, für einen Ring mehr ging die Bronzemedaille weg“, sagte die über fast drei Jahrzehnte ständige Besucherin der DM. Gabi Dirnhofer mit 391 Ringen, Petra Horneber (390) – beide Bayern – und die Rheinländerin Andrea Zimmermann (388) standen auf dem Treppchen.
Lina Meier, im SSV Kassau beheimatet, erreichte beim Kleinkaliber-Liegendschießen mit dem Juniorenteam der Segeberger SSG BooKuRiTra für 587 Ringen den guten Platz neun. Eigentlich beeindruckende 556 Zähler im Dreistellungskampf (für die Rolandschützen Bad Bramstedt) reichten in einem Klassefeld nur zu Platz 45.
Für die Eutiner Sportschützen machte Katrin Knaipp in der Damen-Altersklasse als Zehnte mit der Luftpistole mit 365 Ringen eine gute Figur. Statt der angestrebten 530 mit der Sportpistole reichte es für die Landesmeisterin bei 514 lediglich zu Platz 26.
Mehr wollte auch Ulrich Schütt aus der Seniorenklasse. Auf dem Schießstand der Eutiner Sportschützen zeigte er beim Schlusstraining Ergebnisse von klar über 370. „Wie das aber so bei einem großen Auftritt mit doch gewisser Aufregung ist. Ich kam mit 88 Zählern in der ersten Zehnerserie nicht in Tritt, insgesamt hatte ich drei Siebener. Da war eine Medaille schon erledigt“, sagte der Haffkruger, der seit Jahrzehnten die Qualifikation schafft und auch schon Bronze mit nach Hause brachte. Nach 96 Ringen ging es gut weiter und 92 und 91, am Ende standen 367 auf der großen Anzeigetafel und dahinter die Platzziffer elf. Überlegener Meister wurde Friedrich Lubitz aus Landau mit 378, für Silber und Bronze reichten aber schon 373 und 372. „Schade, da wollte ich eigentlich hin“, entfuhr es „Ulli“ Schütt bei der Gratulation.
Aber auch bei den übrigen Schleswig-Holsteinern brach bislang trotz guter Leistungen im Einzelfall kein Jubel aus. Bis zum Abschluss der Titelkämpfe am Sonntag bleibt ja noch Zeit. Besonders der SSV Kassau hat mit seinem guten Nachwuchs noch Eisen im Feuer, der SV Malente kann in den Armbrustdisziplinen auch für eine Überraschung gut sein.

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