Norddeutscher Schützenbund mit einmal Gold bei Bogen-DM in Bayern

Zwei Ostholsteiner staunten über Spitzenleistungen
Olympiateilnehmer hatten es schwer

Foto von: (WB)
Stefan Dost (rechts) vom SG Göhl und Bengt-Ole Bracke für den SV Griebel trafen auf zu starke Konkurrenten bei der DM. Foto: WBO

MOOSACH Ein Glück ist für den Norddeutschen Schützenbund, dass es den Europameister Florian Kahlund vom SSC Fockbek gibt. Er gewann in einem packenden Finale mit der zunächst viertbesten Leistung von 655 Ringen in der Qualifikation am Ende mit 6:2 im Knock-out-System den deutschen Meistertitel gegen Sven Herzig vom SSC Ehingen. Gern wäre er in Rio dabei gewesen. Dort hatte der Deutsche Schützenbund aber Florian Floto vom SV Querum eingesetzt. Dieser gewann im Bronzefinale ebenfalls 6:2 gegen den Sieger des Vorkampfes, Cedric Rieger vom SSV Karlsbad hatte dabei 670 Ringen das beste Resultat geschossen. Für die beiden Ostholsteiner und die weiteren neun Vertreter aus Schleswig-Holstein gab es nichts zu gewinnen.

Mit dem Compound-Bogen schoss Stefan Dost vom SV Göhl mit 668 Ringen deutlich besser als bei seinem Titelgewinn im Norddeutschen Schützenbund mit 652. Dennoch war er mit Rang neun unter 39 zugelassenen Altersschützen (50 – 65 Jahre) nicht zufrieden. „Man kennt das ja: Schützen und die Ausreden“, sagte er lächelnd zu seiner mitgereisten Frau Ute. „Aber die extra gekauften Pfeile hatten unrunde Spitzen, damit ging es einfach schlecht. Nach 328 Zählern zur Halbzeit spürte ich das und nahm dann meine alten.“ Und siehe da, sie fanden besser ins Gold. Mit den folgenden 340 war er zufrieden. Kommentar vom Kreissportleiter Joachim Schütt: „Der Titel ging für 684 Ringe an Peter Weyerer aus Bayern. Mit einer guten Leistung wie in Runde zwei hätte Stefan vielleicht auf dem Treppchen stehen können.“

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Aushängeschild für den NDSB war Europameister Florian Kahlund vom SSV Fockbek. Das Foto zeigt ihn beim Übergang aus der Juniorenklasse zu den Männern bei der Landesmeisterschaft in Schlamersdorf mit seinem Superresultat von 590 Ringen. Foto: WBO

In der Juniorenklasse mit dem Recurve-Sportbogen wollte Bengt-Ole Bracke vom SV Griebel gern sein Landesmeisterschaftsresultat von 593 verbessern. Beim Training vor wenigen Tagen lief alles nach Plan. „Naja, ein wenig öfter hätte ich schon üben können. Das Wetter war für´s Bogenschießen gut, aber ich kam einfach nicht in meinen normalen Rhythmus. Die 288 Ringe der ersten Hälfte und insgesamt nur sieben Zehnen zeigen das“, war seine selbstkritische Analyse. Nach weiteren 291 Ringen stand er bei mit 579 in der Ergebnisliste der 27 Nachwuchsschützen auf Platz 19. Überzeugender neuer Meister wurde mit 658 Zählern Konrad Komischke aus Jena.

Die mitgereisten Schleswig-Holsteiner drückten Jaqueline Hansen vom SSV Jerrishoe die Daumen, schließlich hatte die Juniorin schon einmal Bronze gewonnen. Im Vorkampf unter 16 jungen Damen lag sie noch mit 593 Ringen auf Platz fünf, gegen die Zwölfte schied sie aber mit 4:6 in der ersten Finalrunde gleich aus. Damit wird sie am Ende mit anderen Starterinnen als Neunte geführt.

Genau so erging es Sebastian Hamdorf vom SSC Berlin aus dem Kreis Segeberg. Zunächst war er mit 696 Ringen in der Disziplin Compound der Männer als Fünfter nicht weit vom da noch führenden Paul Tilscher aus Niedersachsen mit seinen 701 entfernt. In der ersten Ausscheidungsrunde unterlag er aber unglücklich mit 143:144 und steht insgesamt ebenfalls auf Rang neun.

Einen undankbaren vierten Rang unter 18 Teilnehmerinnen gab es durch Christine Kahlund vom SSC Fockbek mit dem schlichten Blankbogen bei den Frauen.

Große Aufmerksamkeit genoss natürlich die Silbermedaillengewinnerin von Rio de Janeiro. Lisa Unruh vom BSC BB Berlin erreichte wie erwartet das Goldfinale, unterlag aber mit 4:6 Katharina Bauer von der BSG Raubling aus Bayern.

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