Bengt-Ole Bracke und Stefan Dost sind die OH-Vertreter bei der DM Bogen in Freien

NDSB-Schützen haben es immer schwer
Können Florian Kahlund und Jaqueline Hansen Medaille gewinnen?

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Der 19 Jahre alte Bengt-Ole Bracke vom SV Griebel freut sich auf seinen DM-Start in der Juniorenklasse. Foto: WBO
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Kurz nach seinem 52. Geburtstag tritt auch Stefan Dost vom SV Göhl als Altersschütze die Reise nach Bayern an. Foto: WBO

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Gut gemacht, wie hier beim Training sollen die Pfeile möglichst ins Gold. Foto: WBO

GRIEBEL/GÖHL Unter den nur elf Startern aus dem Bereich des Norddeutschen Schützenbundes, die zu den nationalen Meisterschaften der Bogenschützen im Freien vom 26. bis 28. August nach Moosach bei München reisen, befinden sich zwei Ostholsteiner. Bengt-Ole Bracke (19) vom Bogensport des SV Griebel aus der Juniorenklasse schießt mit dem Recurvebogen, der Altersklasse gehört mit Jahrgang 1964 der Göhler Compoundschütze Stefan Dost an. Der Deutsche Schützenbund und vor allem der NDSB werden gespannt sein auf das Abschneiden von Florian Kahlund vom SSC Fockbek. Er hatte bei den Weltmeisterschaften in Kopenhagen souverän den Quotenplatz für Olympia ergattert und war Teamweltmeister geworden, dennoch gegen Florian Floto bei der Ausscheidung für Rio de Janeiro in Braunschweig verloren.

Medaillenhoffnungen hat der NDSB sicher auch in diesem Jahr nicht viele. Florian Kahlund hatte mit dem Recurvebogen vor einem Jahr im Vorkampf mit 672 Ringen die Bestleistung geschossen, war dann aber im Finale mit seinem in K.o.-System am Ende als Vierter knapp an Bronze gescheitert. Bei guter Tagesform wird aber auch dem Compounder Sebastian Hamdorf vom Berliner SC aus dem Kreis Segeberg zugetraut, Edelmetall zu gewinnen. Vielleicht hat auch die Juniorin Jaqueline Hansen vom SV Jerrishoe eine Chance, wieder einmal auf das Treppchen zu gelangen.

Bengt-Ole Bracke freut sich riesig auf seinen Start. „Ich bin gut vorbereitet, die letzten Serien auf dem Platz am Schießsportzentrum Kasseedorf waren in Ordnung.“ Auf 70 Meter Distanz hat er etliche Zehnen und Neunen in das gelbe Zentrum der 1,22 Meter großen Scheibe gesetzt. „Und das bei Wind und Regen, aber das bringt Übung für Verhältnisse, die bei Titelkämpfen gegen die Besten aus ganz Deutschland ja auch auftreten“, sagt er. Und schon sausen die nächsten drei Pfeile mit gut 200 km/h gen Ziel. „Okay, zwei Zehnen, eine Neun. Alles etwas links.“ Da muss er den Bogen mit seinen Stabilisatoren ein wenig anders halten oder an der Visierung etwas verstellen. „Florian Kahlund vom SSC Fockbek kenne ich von vielen Landesmeisterschaften, ich hätte ihm so gewünscht, dass er für Floto in Rio angetreten wäre. Als Teamgoldgewinner bei den Weltmeisterschaften und Quotenbringer hat er sicher damit gerechnet“, sinniert der Landeskaderschütze des NDSB, der die Voss-Schule 2017 gern mit einem guten Abi abschließen möchte. Bei der DM startete der sympathische Jogger und Badmintonspieler nach 2013 und 2014 zum dritten Mal. Ein wenig erinnert Bracke, der nach Ende der Schulzeit gern nach Südamerika oder Südostasien reisen würde, an sein Vorbild Kahlund. Auch er tritt nie laut auf, fast bescheiden und freut sich leicht schmunzelnd, wenn er seine Pfeile behutsam aus dem gelben Mittelbereich ziehen darf. „Man stelle sich vor, eine CD auf 70 Meter zu treffen, dann werden Resultate wohl anschaulich“, macht er seine Freude deutlich. Seit 2010 ist er Bogensportler beim SV Griebel und hat sich von Volker Sieber viel abgeschaut. Sieber war ebenfalls qualifiziert, kann aber aus familiären Gründen nicht wie seit Jahren in den Medaillenkampf eingreifen.

Bengt-Ole Bracke hat trotz seines strammen Programms unter den kritischen Augen von Horst Kleinfeld, Kampfrichterobmann der Bogensportler im Lande, noch Zeit für einen Blick auf die Nebenbahn. Dort schießt der 30-jährige Daniel Kleinfeld mit dem Compoundbogen sein Trainingsprogramm. „So startet auch der Göhler Stefan Dost bei den Altersklassenschützen in der Gruppe der 50- bis 65-Jährigen“, beschreibt er die Unterschiede zum Recurve-Sportgerät. „Das Rollensystem dieser Bogenart, ähnlich einem Flaschenzug, beschleunigt die Pfeile auf gut 300 km/h. Der Kraftaufwand beim Ausziehen der Sehne ist geringer, die Zielgenauigkeit höher.“ Das erklärt auch, warum die Scheiben für Compounder nur einen Durchmesser von 42 Zentimeter haben und nur die Ringzahlen Fünf bis Zehn kennen.

Stefan Dost vom SV Göhl muss wie Bracke bereits am Freitag, 26. August, ran. „Ich freue mich auf meinen erneuten Start bei einer Deutschen, die Konkurrenz besonders aus dem Süden Deutschlands ist sehr stark. Im ersten Drittel möchte ich schon gern landen“, drückt er schmunzelnd seine Hoffnungen aus hofft wie Bracke auf eine besonders gute Tagesform. „Alle ins Gold“, ruft ihm beim Schlusstraining seine Frau Ute zu. Sie ist ebenfalls Bogensportlerin und wird ihren Mann nach Bayern begleiten.

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