Schießsportzentrum Kasseedorf stellte sich in Bujendorf vor

Kreisschützenverband und seine Vereine sehen kaum Nutzungsmöglichkeiten

Bujendorf Ernüchterung machte sich bei der Beiratssitzung des Kreisschützenverbandes Ostholstein breit nach einem Vortrag über eine eventuelle schießsportliche Mitbenutzung des Schießsportzentrums Kasseedorf. Für Luftdruckwaffen und Kleinkaliber-Gewehrdisziplinen seien die Schießbahnen nicht geeignet, auch würde etwa die geringe Zahl an Pistolenbahnen für Meisterschaften nicht ausreichend sein.

Mit dieser Einschätzung dämpfte Geschäftsführer Willm Willms die Erwartungen der Sportschützen Ostholsteins. Der fast komplett anwesende Kreisvorstand und die Vertreter von 17 der 36 Sportschützenvereine und Gilden erhielten im Schützenhaus des Geselligen Vereins Bujendorf umfassende Informationen über die vor 15 Jahren begonnenen Planungen, die Prozess- und Finanzierungsprobleme sowie die derzeitige Teilfertigstellung. Nachgefragt wurde konkret, ob aus der Schießbahnentfernung von derzeit möglichen 270 Metern auch die Wettkampfentfernung 300 Meter entwickelt werden könne. Willms dazu zuversichtlich: „Es gibt Signale von der Stadt Eutin, dass die planungsrechtlichen Voraussetzungen doch noch geschaffen werden können.“ Für Sportschützen interessant sei mangels eines Schießstandes im Kreisgebiet die Entfernung hundert Meter. Derzeit reisten die 100-Meter-Schützen zum Training und zu Kreismeisterschaften nach Klein Wesenberg oder Kiel-Friedrichsort. Enttäuschung machte sich breit, als Willms darauf hinwies, dass die installierte Technik zur Messung der Schießergebnisse leider für Kleinkalibergeschosse nicht geeignet sei. Informationen über Tonscheibenstände, Anlagen für den laufenden Keiler seien weitere Angebote, die „Interessenten aus ganz Deutschland per Internet buchen könnten“. Dafür war aufgrund der derzeitigen Vereinsstrukturen in Ostholstein keine Nachfrage im Saal erkennbar. Man habe auch noch Pistolenbahnen mit Duellanlagen auf 25 Meter, warb der Geschäftsführer. Vielleicht entwickle sich dafür Interesse. Die notwendige Organisation der Anlage, die nicht nur die 2.700 Mitglieder der vier Kreisjägerschaften Eutin, Oldenburg, Plön und Lübeck sowie Jäger aus dem gesamten Land nutzen würden, erfordere exakte Terminplanungen. „Per Internet können Sie Zeiten bequem buchen“, erläuterte der Geschäftsführer. Als die Frage, ob sich die Gremien des Schießsportzentrums denn Gedanken über die Ausrichtung von Kreismeisterschaften oder die Einräumung von festen Zeiten für Vereine, gemacht hätten, verneint wurde, fasste „Sportschützen-Chef“ Heinrich Möller die Informationen des Abends zusammen: „Wenn Luftgewehr und Kleinkaliber nicht möglich sind und nur wenige Pistolenbahnen vorhanden sein werden, kann nur jeder Einzelne versuchen, für sich ein gelegentliches Nutzungsinteresse zu finden. Wir müssen als Verband mit den bisherigen Situationen leben.“

Mit Blick auf den Kreisschützentag 2013 am 1. März, ebenfalls in Bujendorf, warb Möller bei den Vereinen darum, aufgrund der neu gefassten Ehrungsrichtlinien noch Anträge zu stellen. „Es ist sowohl für die Ehrenamtler in den Vereinen wie auch für die Sportler sicher eine Anerkennung, wenn der Kreisschützenverband ihre Verdienste anerkennt.“ Der für Lehrgänge zuständige Peter Zimmer aus dem Kreisvorstand berichtete von erfolgreichen Angeboten für Schießsportleiter und zum Erwerb der Sachkunde nach Waffenrecht. Für die am 26. Januar in Ahrensbök stattfindende nächste Sachkundeausbildung seinen noch Plätze frei, telefonisch könne man sich noch schnell anmelden.

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