23.04.2024

Deutscher Schützenbund prüft Lina Meier auf EM-Tauglichkeit

SSV Kassau baut erfolgreiche Sportschützin systematisch auf – Jetzt geht es zur Sichtung nach Dortmund

KASSAU Die 17-jährige Sportschützin Lina Meier vom SSV Kassau ist jetzt ins Visier des Deutschen Schützenbundes geraten. Unter den vierzig jungen Schützinnen und 16 Jungen aus den Altersklassen Jugend, Junioren B und Junioren A ist das derzeit größte Schießsporttalent des Kreisschützenverbandes Ostholstein dabei, wenn es vom 4. bis 6. Dezember zur Sichtung mit Blick auf die Europameisterschaften nach Dortmund geht. Lina Meier ist stolz über diese Berufung, immerhin enthält die Liste der 56 Eingeladenen nur sie als Vertreterin des Norddeutschen Schützenbundes.

„Ich freue mich über die Nominierung, eines meiner sportliche Ziele ist nach vier Teilnehmerjahren bei den nationalen Meisterschaften in München seit 2011 ein Start bei der Europameisterschaft und möglichst die Aufnahme in den Bundeskader“, sagt die Tochter von Jens Path, der seit Jahrzehnten einer der erfolgreichsten Schießsportler des Kreises ist. „Durch meinen Vater kam ich zum Schießsport, ich bin praktisch damit aufgewachsen und lebe mittlerweile dafür“, schildert die Schülerin am Beruflichen Gymnasium in Oldenburg. Die Leistungsschwimmerin bei der DLRG in Grömitz, die „wegen Schule und Schießsport dafür leider immer weniger Zeit hat“, traute sich 2008 an das Lichtpunktschießen heran. Da war sie gerade einmal zehn Jahre alt. Mit zwölf ging es mit dem Luftgewehrschießen los, mit 14 packte sie die Sportwaffengattung Kleinkalibergewehr an.

Schön sei, dass Mutter Marion immer Verständnis für die in Stolpe wohnende „Schießsportfamilie“ hat. Neben Vater Jens Path gibt es mit ihrem Bruder Henrik einen weiteren Wegbegleiter zu Wettkämpfen und Meisterschaften. Neben der Sammlung etlicher Landesmeistertitel erinnert sich Lina Meier gern an Auftritte auf höherer Ebene: „Den Norden in München am Rande der DM beim Shooty-Cup zu vertreten und dort mit 190 Ringen einen sechsten Platz zu belegen, war schon etwas.“

Foto von: (WB)
Immer auf Zehn programmiert: Die Kassauer Sportschützin Lina Meier. Foto: WBO

Das KK-Liegendschießen hat es ihr neben Luftgewehr angetan, der DM-Platz sechs in diesem Jahr zeigt das. Beim Endkampf der Jugendverbandsrunde in Frankfurt gab es durch ihren Sieg mit 588 Ringen nach 60 Schüssen auf die 50 Meter entfernte Scheibe einen weiteren Beweis. Ihre persönliche Bestleistung steht bei 590 Ringen. Im Dreistellungskampf Kleinkaliber sind es starke 569, mit dem Luftgewehr stolze 398 von 400.
Das alles habe sie nur erreicht durch eine vorbildliche Betreuung beim SSV Kassau und auch durch die Zusammenarbeit mit Spitzenschützen aus anderen Vereinen. „Die Bildung vom Mannschaften mit guten Bekannten aus den Vereinen SSG BooKuRiTra und SV Roland Bad Bramstedt aus dem Kreisverband Segeberg hat sich sportlich gelohnt und mich weiter nach vorn gebracht. Es ist schade, dass man mit Schießsport kein Geld verdienen kann“, sagt die stets fröhliche junge Dame lachend. Beruflich hat sie nach dem angestrebten Fachabitur schon klare Vorstellungen: „Ich würde gern eine Ausbildung bei der Polizei anfangen. Natürlich weiß ich, dass es dafür viele Bewerbungen gibt.“ Das ist jetzt bei der Sichtung im Ringen um die wenigen EM-Startplätze jetzt nicht anders. „Ich bin froh, dass mich Sonja Ostermann und Ingolf Falkenberg als erfahrene Trainer des NDSB nach Dortmund begleiten. Die große Chance für einen weiteren Weg auch für den DSB sehe ich. Was ich schießen kann, weiß ich. Aber jeder Wettkampf ist anders, dieser Auftritt in Dortmund bedeutet mir sehr viel.“

Print Friendly, PDF & Email