24.04.2024

70 Jahre und immer für die Jugend da

 
 

Lore Bausch, aktive Sportschützin mit Luft- und Kleinkalibergewehr, freihändig oder jetzt doch mehr mit Auflageschießen, kennen die Ostholsteiner seit 45 Jahren als zielsicher und erfolgreich beim Schützenverein Großenbrode. Dreimal Einzellandesmeister und bald zwanzig Mal Gold für das Team mit der Deutschen Meisterin Christel Gülck und Jutta Holst sind sportliche Höhepunkte. Seinerzeit startete die Teamplayerin zusätzlich für den Schützenverein Malente und qualifizierte sich so mehrfach im Freihandschießen für die nationalen Meisterschaften des Deutschen Schützenbundes in München.

70 Jahre alt ist sie jetzt geworden. In Weimar wurde sie geboren, seit ihrem Eintritt im Jahr 1971 in den Schützenverein Großenbrode zeigte sie sich interessiert an der ehrenamtlichen Arbeit. Wirkte als Schriftführerin mit und übernahm 1987 die Funktion der Sportleiterin. Ihr Augenmerk gilt heute besonders der Jugendabteilung, Ihr Ehemann Dieter, selbst Aktiver im Schießsport, und Sohn Heiko, der den Verein seit einem Jahr führt, unterstützen sie wo es geht.

Überhaupt hat Lore Bausch ein Händchen für Jugendarbeit, das macht sie im Verein, aber auch als Kreisjugendleiterin im Schützenverband Ostholstein, jetzt schon zehn Jahre. Über die Funktion der stellvertretenden Landesjugendleiterin wurde der Norddeutsche Schützenbund 2009 auf sie aufmerksam, noch im selben Jahr wählte der Landesschützentag sie zur Landesjugendleiterin. Das alles kostet viel an Zeit.

Und sportlich braucht diese eigentlich auch für sich. „Das Training kommt schon mal zu kurz“. Gern qualifiziert sie sich für die offiziellen Deutschen Seniorenmeisterschaften in Hannover und Dortmund, landete 2014 auf einem guten Rang sieben. Erinnerungen an den Titel Landesschützenkönigin in 2004 werden wach, fragt man nach besonders schönen Dingen. „Jetzt im Ruhestand geht das ja alles“, sagt die zuletzt als Fachangestellte bei der Bundeswehr im Nordkreis Tätige. Von ihrem Haus in Großenbrode muss sie übrigens nur um die Ecke gehen – dort sind die Sportanlagen ihres Vereins.

Manchmal hört man von ihr mit einem Schmunzeln: „Eigentlich bin ich ja viel zu alt für die Jugendarbeit.“ Immer wieder fliegen ihr aber Anerkennung und Lob entgegen für das Engagement und ihre Ideen. Und schnell folgt die Aufforderung, doch bitte weiter zu machen. „Okay, bis sich jemand für mich findet“, sagt sie dann bescheiden. Aber leise und überzeugend auch: „Der Umgang mit den Mädchen und Jungen macht mir immer noch Spaß und ich glaube, er hält mich jung.“

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