01.03.2024

Volker Sieber-Krimi von Olching

Undankbarer Vierter bei Bogen-DM ringgleich mit dem Dritten

OLCHING Bei den deutschen Meisterschaften der Bogensportler im bayrischen Olching hätte Volker Sieber vom Griebeler SV diesmal fast ganz oben auf dem Treppchen gestanden. Nach zweimal 36 Pfeilen verpasste der 63-Jährige bei Ringgleichheit mit dem Drittplatzierten als Vierter noch die ersehnte Medaille. Der Hagener Manfred Wybieralski war mit 11:9 Zehnen der Glücklichere. Am Sonntag um zwölf Uhr hatte er noch mit dem Titelgewinner Norbert Franz aus Bayern gleichauf gelegen.

Volker Sieber wollte gern an seinen zweiten Platz im Bogenwettbewerb Recurve aus 2010 auf Fehmarn anknüpfen, gut waren seine Vorbereitungen. 612 Ringe hatte er als Landesmeister des Norddeutschen Schützenbundes geschossen, da wollte er mindestens hin. Zur Halbzeit des Programms auf stolze 70 Meter Distanz lag der Griebeler mit 304 Zählern hinter dem Kirchdorfer Ewald Schmidhuber (306) und vor Franz und Wybieralski (je 303) aussichtsreich im Rennen. Und weiter ging es in Runde zwei mit 36 Schüssen. Bei zweimal 453 und einmal 452 Ringen lagen die Konkurrenten noch einmal dicht beieinander. „Ich habe mein Programm geschossen, hatte mit wechselnden Lichtverhältnissen genug zu tun. Das bekommt man alles nicht mit“, beschreibt der Griebeler seine Sicht. In der vierten Passe schwächelte er mit 44 Ringen statt wie vorher 50 und mehr. Die Ostholsteiner Fans sahen nun schon Edelmetall weit weg. Meister Franz aus Neumarkt war in Richtung 603 Ringe uneinholbar enteilt und auf Silber hatte sich inzwischen mit 600 der Biberacher Günter Schilling „vorgedrängelt“. Mit guten 50 Ringen kam Sieber nach 304 und jetzt 293 insgesamt auf 597 Zähler und griff nach Bronze. 597 hatte auch der Hagener abgeliefert, dem fiel für zwei Zehnen mehr Bronze zu. „Schade. Ich habe wie fast in jedem Jahr vorn mitgemischt, das war ein guter und spannender Wettkampf. Klar wollte ich mehr als 600, das ging diesmal nicht“, sagte Sportsmann Sieber und gratulierte.

Am Vortag hatte er den 16 Jahre alten Griebeler Bogensportler Bengt-Ole Bracke aus der Jugendklasse bei seinem zweiten Auftritt betreut. Der amtierende Landesmeister (623 Ringe) kam langsam mit 305 in Fahrt, legte aber noch 319 für 624 dazu. „Das war völlig in Ordnung, so kam ich jedenfalls als 18. ins Finale. Ziel erreicht“, sagte der Voß-Schüler aus der elften Klasse trocken. Sein Gegner in der ersten Finalrunde war Jennis Kramer aus Heiligenfelde, Landesverband Nordwest (Vorergebnis 629). „Jeder schießt dabei mindestens dreimal drei Pfeile, wer zuerst sechs Punkte hat, kommt eine Runde weiter“, schildert Bracke die Regel. Mit 4:6 ging es für ihn leider gleich zu Ende, der DSB führt ihn wegen der Finalrunde auf Platz 17 unter 68 jungen Männern.

Foto von: (WB)
In der Jugendklasse schoss Bengt-Ole Bracke einen Ring mehr als auf Landesebene, schied aber in Runde eins aus. Foto: WBO

Für den TSV Dörfergemeinschaft Holsteinische Schweiz erreichte aus der Schützenklasse Dennis Baldin als amtierender Landesmeister (613) „so gerade eben mal das angepeilte Finale als 32.“ mit 617 Zählern. Das hatte den Nachteil, dass er nun gegen den Besten des Vorkampfes ran musste. Thomas Hasenfuß aus Seehausen hatte diesen mit 654 gewonnen. „Eigentlich war das aussichtslos, aber ich habe gekämpft“, freute sich Baldin. Betreuer Patrick Gruhlke schaute schmunzelnd zu:„Nach drei Durchgängen stand es Unentschieden, da sah ich bei Hasenfuß schon ein leichtes Zittern. Am Ende aber gewann dieser mit 7:3 und Dennis war raus.“ In der Endabrechnung landet Dennis Baldin auf nationaler Ebene auf Rang 17. „Dafür haben sich die Mühen und die Fahrt gelohnt“, fasst er zusammen. Vierte Ostholsteinerin war die 16-jährige Pia Strzysewski von der DG. Zur Deutschen kam sie in der weiblichen Jugend als letzte zugelassene Bogenschützin unter 24 Mädchen. An ihre 544 Ringe von der Landesmeisterschaft (Rang drei) kam sie mit 535 nicht ganz heran. „257 zur Hälfte waren zu wenig, über die folgenden 278 bin ich glücklich“, beschreibt sie ihren 20. Rang. Die Schülerin des Weber-Gymnasiums sei „mental weiter stärker geworden“ und freut sich „zu den Besten ihrer Altersklasse in Deutschland zu gehören“.

Zufrieden zeigte sich mit dem Abschneiden Kreisbogenreferent Wilhelm Kunzmann aus Malente: „Unsere vier Ostholsteiner haben eine gute Figur gemacht. Wir haben gezeigt, dass wir vom Nachwuchs im Bogensport, über die Schützenklasse bis hin zu den Senioren hier gute Leistungen vollbringen.“

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