01.03.2024

Bujendorfer Heinrich Möller an der Spitze des KSchV OH

Ehrenkreisvorsitzender Peter Brand nach 16 Jahren verabschiedet

Sarau – Die 2268 Mitglieder in den 36 Vereinen des Kreisschützenverbandes Ostholstein haben mit dem 62-jährigen Heinrich Möller vom Geselligen Verein Bujendorf einen neuen Kreisvorsitzenden an der Spitze. Nach 16 Ehrenamtsjahren verabschiedete die Delegiertenversammlung im Vereinshaus des Schützenbundes Glasau-Sarau den Neustädter Peter Brand mit dem Titel „Ehrenkreisvorsitzender“. Brand, immer noch Vorsitzender des Eisenbahnersportverbandes Neustadt, war wegen gesundheitlicher Probleme nicht wieder angetreten. Einmütigkeit herrschte bei der Wahl der weiteren Vorstandsmitglieder.

Der scheidende Kreisvorsitzende blickt auf eine interessante Zeit zurück: „Die Schießsportler aus Ostholstein können sich mit ihren Leistungen in Schleswig-Holstein sehen lassen.“ Peter Brand habe sich stets auf einsatzfreudige und kompetente Vorstandsmitglieder verlassen können. Besonderes Augenmerk sei auf Aus- und Fortbildung gelegt worden. „Das mehrfach verschärfte Waffenrecht hat den Vereinen viel abverlangt. Manch Problem ist in Zusammenarbeit mit der Kreisordnungsbehörde bezogen auf Schießstandsicherheit gelöst worden.“ Am meisten bewegt habe ihn die ungerechtfertigte Diskussion um den Schießsport nach den schrecklichen Ereignissen mit dem Amoklauf in Winnenden. Und zur aktuellen Diskussion um eine „Waffensteuer“ in einigen Bundesländern: „Ich frage mich, wozu so etwas dienen soll, das ist absoluter Irrsinn.“

Der aus dem Lauenburgischen stammende Präsident des Norddeutschen Schützenbundes, Peter Eyferth, wurde besorgt konkret: „Im Bundesland Bremen gibt es Überlegungen, eine Waffensteuer einzuführen, andere Bundesländer wie Bayern tendieren wohl in Richtung Ablehnung. Lasst uns die Politiker sensibilisieren. Das wäre für mich eine Sportgerätesteuer.“ Und weiter: „Sollen etwa nur noch Reiche Schießsport ausüben dürfen.“ Eyferth streifte die bewegte NDSB-Verbandsgeschichte der letzten Jahre. Nach Entlassung des Geschäftsführers kam es zu erheblichen finanziellen Problemen, jetzt sei der Verband endlich schuldenfrei.

Brand habe sein Fachwissen in die Verbandsarbeit stets deutlich und auch kritisch eingebracht. Für seine Arbeit überreichte der Präsident ihm das Verdienstkreuz in Bronze. Für 40 Jahre aktiver Pressearbeit im Interesse des Schießsports überreichte Eyferth dem Eutiner Sportschützen Wilhelm Boller die Silberne Verdienstnadel des Deutschen Schützenbundes.

Foto von: (WB)
Für 40 Jahre intensiver Pressearbeit im Interesse des Schießsports zeichnete NDSB-Präsident Peter Eyfert den Eutiner Sportschützen Wilhelm Boller mit dem Silbernen Verdienstkreuz des DSB aus (v. l.)

Ute Barths, stellvertretende Kreisvorsitzende, dankte Peter Brand bei der Ernennung zum „Ehrenkreisvorsitzender“ für die harmonische Vorstandsleitung. Pressewart Wilhelm Boller ging in seiner Laudatio auf den Werdegang Brands und die umfangreichen Aufgabenfelder ein. Schießstandsicherheit, immer wieder neues Waffenrecht, Probleme im NDSB-Bereich und die enorm wichtigen Komplexe der Aus- und Fortbildung von Funktionern in den Vereinen hätten viel Einsatz gefordert.

Der örtlich zuständige Bürgermeister Henning Frahm freute sich über viele Besuche des Kreisschützenverbandes Ostholstein in Sarau, das wird auch am 27. Oktober wieder sein, wenn dort das Kreiskönigsschießen stattfindet.

Ulrich Rüder, stellvertretender Landrat in Ostholstein, zeigte sich als Kenner des Schützenwesens im Kreis und hob besonders die Erfolge im Jugendbereich hervor. „Es ist bemerkenswert, dass der Vorstand hier rechtzeitig für einen guten Nachfolger gesorgt hat, das gelingt nicht immer.“ Kreissportverbandsvorsitzender Manfred Hoffmann zitierte seinen früheren Vorgänger Fritz Latendorf. „Ohne Funktionäre funktioniert nichts.“ Als Zeichen dafür gab es die Silberne Verdienstnadel. Hoffmann: „Es war vorbildlich, was Du geleistet hast.“
Weitere Gäste waren der Segeberger Kreisvorsitzende und Vizepräsident im NDSB, Peter Krönert sowie der Lübecker Verbandsvorsitzende Eckhard Merbeth.

Volles Vertrauen fand der neue Kreisvorsitzende Heinrich Möller, den der Beirat und der Kreisvorstand vorgeschlagen hatten. Möller kann auf 20 Jahre Vorsitz beim Geselligen Verein Bujendorf zurückblicken. „Ich will mit meiner langjährigen Erfahrung gern die Arbeit von Peter Brand zum Wohle der Vereine weiterzuführen“, und schmunzelnd: „Bis heute habe ich noch gehofft, dass dieser Krug an mir vorüber gehen.“
Im Vorstand stehen ihm als neu wiedergewählte Mitstreiter Schatzmeisterin Karin Schröder aus Süsel, Sportleiter Joachim Schütt aus Oldenburg und Pressewart Wilhelm Boller aus Eutin zur Seite. Für den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Neustädter Werner Ehlers übernahm Wolfgang Wagner vom Schützenverein Großenbrode die Bereiche Rundenwettkampfleitung, Auflageschießen und Sportwaffen. „Jo“ Schütt, der auch die Internetseiten des Verbandes stets aktuell hält, wurde nach fast 40 Jahren Organisation der Kreismeisterschaften mit einem Präsentkorb als Zeichen der Anerkennung bedacht.

Den Ehrenrat des Kreisverbandes bilden jetzt Peter Martensen aus Lensahn, die Curauerin Grete Heuer, als Neuling Peter Brand und als Ersatzmitglied Jasper Gülck von der Ahrensböker Gill.
Das von Karin Schröder vorgestellte Jahresergebnis schloss mit einem leichten Minus von rund 400 Euro ab, kein Problem bei einem Bestand von 4.600. Den ausgeglichenen Haushalt in Höhe von 14.450 Euro verabschiedete die Versammlung einstimmig.
Im kommenden Jahr soll der Verbandstag beim Geselligen Verein Bujendorf stattfinden, die Versammlung folgte damit dem Wunsch des neuen Kreisvorsitzenden.

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