Und ewig lockt die Relegation: SSV Kassau mit dem Luftgewehr

Eutiner Sportschützen mit LuPi-Team in Hannover
Vier SH-Teams möchten in die 2. Bundesliga

Foto von: Wilhelm Boller
Bei der Relegation zur 2. Bundesliga Nord kommt es auf die Mannschaftsringzahlen an. Links die Kassauerin Lina Meier – voll konzentriert. Foto: WBO
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ie fahren nach Hannover: Die Eutiner Sportschützen mit Ulrich Schütt, Katrin Knaipp, Malte Venneberg, Thorsten Glede und Sönke Schöning (v. l.). Foto: WBO

Eutin   Die Eutiner Sportschützen haben das Zählen schon aufgegeben! „Es könnte der 15. Versuch sein, in die 2. Bundesliga Nord der Luftpistolenschützen aufzusteigen“, sagt lachend der über Jahrzehnte erfolgreiche Pistolenschütze Ulrich Schütt aus Haffkrug. In Hannover geht es für die Böklunder Sportschützen als Verbandsligameister im Norddeutschen Schützenbund sowie für die Eutiner als Vizemeister gegen sieben Fünferteams um die zwei begehrten Plätze. Mit dem Luftgewehr haben sich die Rolandschützen Bad Bramstedt als Landessieger sowie der SSV Kassau als Zweiter qualifiziert.

Nach den Statuten des Deutschen Schützenbundes trifft der jeweils Siebte der 2. Liga mit den jeweils zwei Besten aus fünf Landesverbände zur Relegation aufeinander. Geschossen werden zwei Durchgänge. Dabei gibt es abweichend von den sonst üblichen Regeln Schütze gegen Schütze, dass die Ringzahlen von fünf Mannschaftsmitgliedern addiert werden.

„Für uns Kassauer sind das neben Bramstedt aus dem Landesverband Niedersachsen Nordstemmen II und Braunschweig, aus Hamburg Neu-Wulmsdorf und die starken Stadtwerke Norderstedt, sowie aus Nordwest Etzhorn und Wiefelstede“, erklärt Sportleiter Stephan Dohm. Er selbst tritt an mit Lina Meier, Celina Dahm, Robin Jedtberg, Florian Jeger und Leonie Werner. Und die Chancen? „Vor einem Jahr reichten 3835 Ringe, die Rolandschützen wurde mit 3824 undankbarer Dritter. Wir erreichten in der Verbandsligarunde 3842 Zähler, bei guter Tagesform sollte es diesmal klappen können“, fügt Dohm lachend hinzu.

Den Aufstieg möchten auch die Bramstedter Verbandsligameister schaffen. Ann-Christin Schroedter, selbst Akteurin: „Wir setzen weiter Niklas Bahde als Ersatz für meine verhinderte Schwester Anika, Jacqueline Hars, Oliver Planthaber und Lisa Raumer ein. Vor einem Jahr hat es ja fast geklappt, ich habe ein gutes Gefühl.“

Mit der Luftpistole reisen aus Schleswig-Holstein das Meisterteam aus Böklund zusammen mit den Eutinern an. Als Mitbewerber treten am kommenden Sonntag ab 9.00 Uhr im Bundesstützpunkt Sportschießen in Hannover der SV Stoppelmarkt als Siebter der zweiten Liga sowie weitere sechs Teams an. Aus HH die SpV Heidenau und die Wandsbeker SG, aus NSSV Süpplingen und SV Lindwedel, aus NW der SV Ocholt und der SV Bassum II.

Rein rechnerisch würden die fünf zuletzt eingesetzten Schützen aus Böklund um die 3600 Ringe erreichen. Vor einem Jahr verpassten sie den Aufstieg als Dritter mit 3638, sie benötigen also eine gute Tagesform. Bescheiden treten die Eutiner Sportschützen als Vizemeister im NDSB die Reise an. „Neben mir werden Malte Venneberg, Sönke Schöning, Thorsten Glede und Katrin Knaipp eingesetzt. Als Ersatz steht noch Friedrich Pietsch bereit“, schildert Ulrich Schütt. Die Eutiner Sportschützen hatten sich über viele Jahre stets qualifiziert, aber den Sprung nicht geschafft. „Nach unserem Leistungsschnitt würden wir bei gut 3580 Ringen landen, das würde nicht reichen.“ Deshalb trainieren die Eutiner in den letzten Wochen kräftig und dürfen auch die elektronischen Anlagen in Scharbeutz und Malente nutzen. Schütt konkret: „Wir brauchen bei allen fünf Schützen schon einen besonders guten Tag. Dann könnte es beim 15. Versuch ja klappen. Die Teilnahme an der Relegation mit den besten Mannschaften aus den norddeutschen Ländern ist an sich schon ein Erlebnis.“

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