Malenter Sportschütze schaut zurück auf 50 Jahre und will als Ruheständler noch zur

 
 

Foto von: Wilhelm Boller
Werner Walter beim derzeitigen Verbandsligawettkampf LG Auflage. Foto: WBO

Bad Malente/Neukirchen     Zum Jahreswechsel schauen viele Sportler zurück aber gleichzeitig auch nach vorn, denn bei gewollter weiterer aktiver Betätigung nach 50 Jahren müssen auch Ziele gesetzt werden. So geht es auch dem in Neukirchen wohnenden und überwiegend für den Schützenverein Malente schießenden Sportschützen Werner Walter. Dabei will er kurz vor dem 65. Lebensjahr im März und dem Eintritt in den beruflichen Ruhestand keineswegs kürzertreten. Elf Disziplinen gehörten in 2018 noch zu seinem zeitaufwändigen Lieblingssport.

Anlässlich des Verbandsligawettkampfes des SV Malente im Dezember im Luftgewehr-Auflageschießen, die Malenter holten mit 3:2 ihren ersten Saisonsieg gegen den SchV Klein Wesenberg, berichtete Werner Walter von seinem Werdegang. „Geboren bin ich mit meinem Zwillingsbruder Martin in Neukirchen bei Malente 1954. Als 15-Jähriger bin ich in den damaligen Schützenverein Neukirchen eingetreten und guckte mir von den Erwachsenen ab, wie sportliches Schießen mit dem Luftgewehr geht“, erinnert er. Ausgebildete Trainer hatte der Verein nicht, man lernte alles alleine. So war das auch beim TV Gleschendorf. Beruflich folgten eine Lehre als Kfz.-Mechaniker und eine Gesellenzeit, sodann ein Bundeswehrdienst als Zeitsoldat. Später schloss sich eine Arbeit als Zivilbediensteter in Plön mit Standorten in Todendorf und Putlos an. Waffeninstandsetzung und Prüferaufgaben gehörten dazu. Aus der Altersteilzeit geht es in 2019 in den Ruhestand. Gewohnt hat Walter fünf Jahre in Kiel, aber der Weg führte zurück nach Neukirchen. So eine große Stadt war nicht sein Ding.

Beim SV Hubertus Kiel lernte das Schießsporttalent die Kleinkaliberdisziplinen 3×20, 3×40 Schuss und KK 100 m. In der Folgezeit noch Zimmerstutzen sowie Armbrust 10 und 30 Meter. „Kein Wochenende war mehr frei, Schießsportwochen, Meisterschaften, Mehrländerwettkämpfe forderten viel Zeit.“ Der damalige Landessportleiter Nico Schwiemann ernannte den aufstrebenden Schützen zum Armbrustreferenten des Norddeutschen Schützenbundes. Nun mussten Talente in den Vereinen gefunden und im Landeskader gefördert werden. Veranstaltungsorte wie Berlin, München, Frankfurt und Stuttgart in Deutschland sowie Reisen nach Österreich und in die Schweiz, die Niederlande, Frankreich oder Kroatien gehörten zum Programm. Zusammen mit dem fachkundigen Landestrainer Ingolf Falkenberg schafften es Talente, Medaillen und Titel bei den Europameisterschaften und Weltmeisterschaften zu gewinnen. Namen wie Karl-Heinz Blumtritt, Birte Ihms, Navina Keilwerth oder Mira Voss klingen hier noch in den Bereichen Lübeck und Ostholstein. Stolz ist Walter auf die Mitwirkung bei der Idee, zusammen mit dem Bundesreferenten Edwin Hirte und dem Referenten Nord-West, Werner Fredehorst, das Armbrustschießen durch Schaffung einer Armbrustliga interessanter zu machen. Das läuft jetzt schon im 15. Jahr, die Malenter waren schon Sieger oder gut platziert.

Seine Ehefrau Brigitte, die er 1984 kennenlerne und 1988 heiratete, übte beim SV Malente den Schießsport aus, in diesem Verein ging sein Weg weiter. Dort schießt Werner Walter bis heute zehn Disziplinen. Den Lübecker Sportschützen hält er noch im Wettbewerb Armbrust 30 Meter die Treue.

Foto von: Wilhelm Boller
Auch den Kleinkaliber-Dreistellungswettkampf liebt Werner Walter. Foto: WBO

Wie geht es im Ruhestand in 2019 weiter? „Das kleine Haus in Neukirchen, die ehrenamtliche Arbeit in der Feuerwehr fordern weiterhin Zeit. Hoffentlich kommen wir jetzt beide mehr zum Reisen“, ist sein Wunsch. Aber so richtig vom Schießsport lassen kann Werner Walter nicht. Beim LG-Auflageschießen stand er gerade noch im Dezember auf Position eins der fünf Starter. „Und mein Schnitt von 312,20 Ringen nach drei Runden zeigt ja, dass man mich wohl mich gebrauchen kann. Ich habe einfach Freude daran, mich mit anderen Sportlern zu messen.“ Und seine sportlichen Wünsche für das neue Jahr? „Mindestens einmal Landesmeistergold wie 2018 und die Qualifikation zur DM. Meine Frau Brigitte würde ich dann mitnehmen.“

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